Blog

Wer wir sind und was wir tun

Das Adipositaszentrum Limmattal am Spital Limmattal befindet sich in Schlieren, acht Kilometer vom Stadtzentrum Zürichs entfernt.

Das Adipositaszentrum Limmattal gehört zu den grössten Adipositaszentren der Schweiz. Am Adipositaszentrum Limmattal führen wir konservative, operative und endoskopische Therapien der Adipositas durch. Unser multidisziplinäres Team besteht aus drei Fachärztinnen für Innere Medizin, zwei Fachärzten für Chirurgie, zwei konsiliarischen Fachärzten für Endokrinologie und Psychiatrie sowie vier internen Ernährungsberaterinnen und drei konsiliarischen Fachärzten für Gastroenterologie. Zudem haben wir eine sehr enge Partnerschaft mit dem Kompetenzzentrum für Ernährungspsychologie (KEP). Die Ernährungspsychologinnen führen ihre Sprechstunden vor Ort am Adipositaszentrum Limmattal durch. Zwei unserer Fachärztinnen für Innere Medizin (Frau Dr. Hübenthal und Frau Dr. Trombik) besitzen den in Deutschland ausgestellten und anerkannten Weiterbildungstitel Ernährungsmedizin (DAEM/DGEM). Frau Dr. Hübenthal hat zudem eine Weiterbildung des Fachverbandes Adipositas im Kindes- und Jugendalter (akj) absolviert, sodass durch sie auch Kinder und Jugendliche in Begleitung mit einer spezialisierten Ernährungspsychologin des KEP und psychiatrische Fachspezialisten betreut werden können.

Die von uns angebotenen Therapien richten sich nach den Bedürfnissen unserer Patientinnen und Patienten. Unser Team untersucht die Ursache Ihrer Adipositas und entwickelt mit Ihnen zusammen eine Behandlungsstrategie, die sowohl konservativ (Gesprächstherapie, Ernährungsplan), medikamentös oder operativ (bariatrische Operationen) sein kann. Sehr häufig kombinieren wir diese Therapien.

Es ist uns ein wichtiges Anliegen zu betonen, dass wir uns bei den Behandlungskonzepten auf unsere langjährige Erfahrung und die wissenschaftliche Evidenz stützen. Das heisst, wir bieten keine Therapien an, die bis anhin keinerlei Nutzen auf Basis seriöser wissenschaftlicher Analysen und Publikationen zeigen konnten. Dazu gehören zum Beispiel sogenannte (nutzlose und teure) Genanalysen oder Bluttests, die Ihnen angeblich Auskunft darüber geben, was Sie essen dürfen und was nicht. Auch verkaufen und verschreiben wir keine nutzlosen und teuren "Abnehmwunder-Pillen", die zuhauf im Internet angeboten werden.

Die zurzeit effizientesten und am besten untersuchten medikamentösen Therapien sind die sogenannten GLP-1-Analoga-Therapien, das sind Hormontherapien, die Ihr Hungergefühl reduzieren können. Diese Medikamente können in Form von Spritzen (beispielsweise Saxenda oder Ozempic) oder in Form von Pillen gegeben werden. Studienergebnisse zeigen, dass mit einer Anwendung der Spritzen in Maximaldosierung (Saxenda) in Kombination mit einer Diät durchschnittlich sieben Prozent Gewichtsverlust erzielt werden kann. Wiegen Sie 110 Kilogramm, so sind dies knapp acht Kilogramm. Sollten Sie aufgrund von Nebenwirkungen die Therapie abbrechen, sind die Resultate dementsprechend schlechter. Bezüglich einer Ozempic-Therapie mit Spritzen gibt es nur publizierte Resultate mit einer beschränkten Anwendungsdauer von einem Jahr. Der zusätzliche Gewichtverlust einer Ozempic-Therapie gegenüber einer strengen Diät über ein Jahr beträgt circa zehn Prozent Gewichtsverlust. Bis anhin wurden noch keine Mittel- bis Langzeitresultate publiziert. Die Krankenkassen übernehmen nicht immer die Kosten für die Therapien, ein Gesuch zur Kostengutsprache muss gestellt werden.

Magenballone werden nur auf explizite Nachfrage und Wunsch an unserem Zentrum implantiert. Dabei handelt es sich entweder um Magenballone, die in der Regel ein halbes oder ein ganzes Jahr belassen werden können. Es gibt keine wissenschaftlichen Daten, die eine nachhaltige Wirkung dieser Methode zeigen. Deshalb können wir diese Methode nicht primär empfehlen. Die Krankenkassen zahlen diese Eingriffe aufgrund der geringen Wirksamkeit nicht. Auf keinen Fall empfehlen wir, solche Eingriffe in ausländischen Kliniken, die diese Methode auf zahlreichen Internetseiten anbieten, durchführen zu lassen. Nach Implantation eines Magenballons ist ebenso eine enge Betreuung der Patienten sehr wichtig, um Probleme und Komplikationen zu vermeiden.

Ab einem BMI von 35 kg/m2 kommen bariatrische Operationen als Therapieoption infrage. Es gibt eine Vielzahl verschiedener Operationstechniken, vom Magenband, über den Magenschlauch bis hin zu den verschiedenen Magenbypass-Verfahren. Welche Operation dem Patienten empfohlen werden kann, hängt von vielen Faktoren ab, welche wir immer im Vorfeld einer Operation abklären und interdisziplinär analysieren. Folgende Faktoren beeinflussen die Operationswahl: Essverhalten, psychiatrische Begleiterkrankungen, Alter, BMI, Voroperationen im Bauch, Refluxerkrankung, Stoffwechsellage (zum Beispiel Diabetes mellitus Typ 2), Fettverteilung, Medikamentengebrauch et cetera. In manchen Fällen bieten sich auch verschiedene Operationen an, dann besprechen wir im Einzelnen die Vor- und Nachteile der Operationstechniken mit dem Patienten, der dann für sich entscheiden kann, welche Operation er oder sie durchführen lassen möchte. Eine richtige Vorbereitung des Patienten auf die Operation ist dabei essenziell. Eine Operation zwingt den Patienten dazu, seine Gewohnheiten und das Essverhalten den neuen Gegebenheiten anzupassen. Zudem ist eine lebenslange postoperative Betreuung in einem Adipositaszentrum wichtig, um mögliche Komplikationen und Probleme frühzeitig erkennen und therapieren zu können. Nur dann können langfristig sehr gute Erfolge erzielt werden. Die in der Schweiz zugelassenen bariatrischen Operationen sind allesamt erprobt und die Wirksamkeit und Sicherheit ist auch in Langzeitstudien wissenschaftlich belegt. Durchschnittlich kann der Patient ein Jahr nach einer klassischen, nicht malabsorptiven Magenbypass-Operation 33 Prozent seines Gewichtes verlieren und nach 20 Jahren 26 Prozent. Je länger die Dauer der Operation zurückliegt, desto grösser sind im Einzelfall die individuellen Unterschiede der erreichten Gewichtreduktion. In 15 bis 20 Prozent der Fälle kommt es trotz Operation nach fünf Jahren zu einem substanziellen "Gewichtsrebound" (Zunahme des Gewichtes um mehr als 40 Prozent der initial erzielten Gewichtreduktion). Diese Situationen erfordern eine interdisziplinäre Therapie, die konservative Massnahmen (Ernährungspsychologie, medikamentös; GLP-1-Analoga) oder weiterführende operative Massnahmen beinhaltet. Die Datenlage zeigt aber heute eindeutig, dass nach wie vor die operativen Therapien, ab einem BMI über 35 kg/m2, die besten Langzeiterfolge bezüglich Gewichtsreduktion und Reduktion der von der Adipositas verursachten Begleiterkrankungen bewirken.

Das Spital Limmattal kann auf eine lange Tradition bariatrischer Operationen zurückblicken. Die Fallzahlen bariatrischer Operationen am Spital Limmattal gehören zu den höchsten der Schweiz (Quelle: Bundesamt für Gesundheit BAG bit.ly/37Humny). Seit 2000 haben wir am Spital Limmattal mehr als 3200 bariatrische Operationen durchgeführt. Dr. Köstler führt seit 2002 bariatrische Operationen laparoskopisch durch und Frau Dr. Mattiello seit 2014. Beide Chirurgen verfügen über einen grossen Erfahrungsschatz.